Kleine Geschenke erhalten die Feindschaft – Die Homeoffice-Pauschale kommt

Das Verhältnis von Staat und SteuerzahlerInnen ist seit jeher schwierig, daher bedarf es ab und an einiger vermeintlicher Geschenke.

Das Problem bei Geschenken ist allerdings immer der Beweggrund weswegen sie gemacht werden. Am schlimmsten sind die Geschenke, die man jemandem macht, weil das Geschenk dem Eigennutz dient.

Die Pandemie hat uns alle gebeutelt, die Wirtschaft im Allgemeinen und die Gesellschaft im Besonderen. Es bedurfte kurzfristiger Lösungen und auch Anreize das Ganze weniger ätzend für uns alle zu gestalten. Die derzeit vorherrschende Situation erforderte spontane und bisweilen auch fragwürdige kreative Lösungen- allerdings gingen die meisten dabei komplett nach hinten los.

Denn da standen wir, mitten in der Pandemie und sollten irgendwie Social-Distancingkonform unsere Arbeit bewältigen damit die Wirtschaft nicht noch weiter in die Knie geht. Also flüchtete jeder der konnte ins Homeoffice.

Nach verlängerter Kurzarbeit, diverser Hilfspakete für die Wirtschaft und dem Corona-Bonus war nun also der neuste Clou in der Welt: die sog. Homeoffice-Pauschale.

Diese ist aus mehreren Gründen totaler Blödsinn, erstens behebt die Regierung hier ein vermeintliches Problem, das sie selbst vor ein paar Jahren geschaffen hat. Denn seit 2016 sind die Aufwendungen für eine sog. Arbeitsecke steuerlich nicht mehr abzugsfähig (BFH, Az. GrS 1/14, Az. X R 1/13 und Az. IX R 20/13, Az. IX R 21/13). Im Jahr 2017 hat man dann die vormals geltende Pauschale von € 1.250,- und ohne Vorlage von Nachweisen für Steuerpflichtige, die tatsächlich im Besitz eines Arbeitszimmers sind, in einen Höchstbetrag, der durch Einzelnachweise belegt werden muss, umgewandelt. Somit war die Geltendmachung für noch weniger Steuerpflichtige möglich.

Deswegen sah sich das Bundesfinanzministerium zu Beginn der Pandemie (17. April 2020) auch direkt genötigt zu diesem Thema Stellung (Seite 10, Nr. 6.) zu beziehen:

Kann ich Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer geltend machen, wenn ich normalerweise einen Büroarbeitsplatz im Betrieb habe, nun aber Corona bedingt zuhause arbeiten muss?


Grundsätzlich sind Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer nicht abzugsfähig. Ausnahmsweise ist der Abzug zulässig, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet (dann voller Abzug der Aufwendungen) oder für die betriebliche oder berufliche Betätigung kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht (dann Abzug bis zu 1.250 Euro/Jahr). Die Frage der Abziehbarkeit solcher Aufwendungen kann erst im Rahmen der Veranlagung geklärt werden.

Problem Nummer zwei: leider ist nicht nachvollziehbar wie man eigentlich auf die 120 Tage kam, denn wir als Steuerfachleute gehen in der einkommensteuerlichen Veranlagung bei ArbeitnehmerInnen, außer Lehrern, in der Regel von 230 Arbeitstagen im Jahr aus.

Also, wenn wir mal davon ausgehen, dass ab Mitte März ausschließlich im Homeoffice gearbeitet wurde, komme ich immer noch auf 182 (230 steuerliche abzugsfähige Arbeitstage/12 Monate*9,5 Monate) und nicht auf 120 Tage.

Problem Nummer drei: € 5,- um ALLE Kosten, die während der Arbeit im Homeoffice entstanden sind, sollen damit abgedeckt werden. Das ist ein Witz wenn man mal bedenkt, wie viel mehr Strom, Gas und Wasser man verbraucht wenn man jetzt auf einmal nicht nur zwei Tage à 24 Stunden daheim ist sondern eben sieben und dann auch noch mindestens acht Stunden diverse Computer und Drucker laufen.

Problem Nummer vier und eigentlich das größte: Die Homeoffice-Pauschale soll in die sogenannte Werbungskostenpauschale eingerechnet und nicht on top gewährt werden. Lasst mich an einem kurzen Rechenbeispiel erläutern wieso das ganze somit keinen Mehrwert für euch darstellt.

Das ist Nancy, Nancy verdient € 38.167,37 im Jahr und hat darauf € 7.932,63 an Lohnsteuer und € 433,96 Soli gezahlt. Nancy hat abzugsfähige Ausgaben für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung in Höhe von insgesamt € 5.450,00 außerdem wird ihr eine Sonderausgaben-Pauschbetrag in Höhe von € 36,- gewährt

Wenn die Homeoffice-Pauschale in der Werbungskostenpauschale untergeht sieht das so aus:

Jahresarbeitslohn€ 38.167
– Werbungskostenpauschale€ 1.000
Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit € 37.167
Gesamtbetrag der Einkünfte € 37.167
– Höchstbetrag der Vorsorgeaufwendungen € 5.450
– Sonderausgaben-Pauschbetrag € 36
Einkommen/zu versteuerndes Einkommen€ 31.681

Für das Jahr 2020 ergibt sich lt. Grundtabelle eine Steuerlast von € 6.019,83

Nancy hat insgesamt € 8.366,59 an Steuern vorausgezahlt und bekommt somit eine Erstattung in Höhe von € 2.346,76

                                                                Wenn nun aber die Homeoffice-Pauschale zusätzlich zu der Werbungskostenpauschale in Abzug gebracht werden könnte, würde das Ganze so aussehen:

Jahresarbeitslohn€ 38.167
– Werbungskostenpauschale€ 1.000
– Homeoffice-Pauschale € 600
Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit € 36.567
Gesamtbetrag der Einkünfte € 36.567
– Höchstbetrag der Vorsorgeaufwendungen € 5.450
– Sonderausgaben-Pauschbetrag € 36
Einkommen/zu versteuerndes Einkommen€ 31.081

Für 2020 ergibt sich lt. Grundtabelle eine Steuerlast von € 5.823,60

Nancy hat insgesamt € 8.366,59 an Steuern vorausgezahlt und bekommt somit eine Erstattung in Höhe von € 2.542,99

Die Werbungskostenpauschale ist somit nur für ArbeitnehmerInnen interessant, die keine weiteren Werbungskosten haben, was für viele Arbeitnehmer 2020 der Fall sein wird, weil z.B. Fahrten ins Büro und evtl. Fortbildungen entfallen sind. Die € 600 zusätzlich zu den € 1.000 zu gewähren, wäre also ein kluger Schachzug gewesen.

Noch besser hätte ich es gefunden die Pauschale von € 1.250 aufleben zu lassen solange die Pandemie die Arbeitswelt umkrempelt. Dann würde das ganze nämlich so aussehen:

Jahresarbeitslohn€ 38.167
– Werbungskostenpauschale€ 1.000
– Homeoffice-Pauschale € 600
– Pauschale für häusliches Arbeitszimmer € 1.250
Einkünfte aus nichtselbständiger Tätigkeit € 35.317
Gesamtbetrag der Einkünfte € 35.317
– Höchstbetrag der Vorsorgeaufwendungen € 5.450
– Sonderausgaben-Pauschbetrag € 36
Einkommen/zu versteuerndes Einkommen€ 29.831

Für 2020 ergibt sich lt. Grundtabelle eine Steuerlast von € 5.418,48

Nancy hat insgesamt € 8.366,59 an Steuern vorausgezahlt und bekommt somit eine Erstattung in Höhe von € 2.948,11








Welcher Punkt mir in der ganzen „Wir tun den gebeutelten ArbeitnehmerInnen einen Gefallen“-Debatte auch noch fehlt ist der Hinweis, dass Arbeitnehmer für dieses Jahr jeden Cent, den sie an Werbungskosten geltend machen können, brauchen werden, da viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit sind. Kurzarbeitergeld ist zwar steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt dies wird dazu führen, dass sehr viele ArbeitnehmerInnen 1.) nächstes Jahr vermutlich erstmalig eine Steuererklärung abgeben und 2.) aufgrund des verschobenen Steuersatzes Steuern nachzahlen müssen.

Damit entlasten wir die, die in der Pandemie von zu Hause Enormes geleistet haben, und richten das Steuerrecht konsequent auf die moderne Arbeitswelt aus.

– Alexander Dobrindt

Hier nun meine kleine, aber feine Empfehlung wie ihr nächstes Jahr eure Kosten für ein Arbeitszimmer geltend machen solltet:

  • Seid ehrlich bei der Berechnung eurer Homeofficetage, nehmt diese mit € 5 pro Tag und lasst es auf einen Einspruch ankommen, das Ding wird eh vor einem Finanzgericht landen
  • Die Telefonkosten könnt ihr unabhängig vom Arbeitszimmer mit € 20 pro Monat geltend machen, sofern keine Auslagenerstattung vom Arbeitgeber erfolgte
  • Falls ihr extra einen PC, Drucker, Schreibtisch, Stuhl oder sonstiges gekauft habt, um sicherzustellen, dass ihr im Homeoffice arbeiten könnt, macht das geltend. Obacht bei Anschaffungen über € 800 netto, die müssen anteilig abgeschrieben werden
  • Solltet ihr tatsächlich über ein Arbeitszimmer verfügen (ohne Sofa für Gäste oder ähnliches!), dann legt eure Kosten für die komplette Wohnung prozentual auf das Arbeitszimmer um und bringt diese mit bis zu €1.250 in Abzug. Sofern eure Vorgesetzten euch verboten hat ins Büro zu kommen, würde ich sogar versuchen die Kosten in tatsächlicher Höhe geltend zu machen, da in diesem Zeitraum kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung stand

Das taxporn-Blog im Radio

Das taxporn-Blog war vor kurzem im Radio, dafür nochmal vielen lieben Dank an Robert, der immer fleißig den fnordfunk moderiert und mich interviewt hat.

Also wieso, weshalb, warum Steuern könnt ihr Euch nun ganz in Ruhe hier anhören:

steuerfnord

Da, zu Recht, etwas gemeckert wurde das hier in letzter Zeit so wenig passiert: ich bin für Anregungen, Kritik und vor allem Feedback immer sehr dankbar.

Aber keine Sorge, es sind schon neue Posts in der Mache 😉

 

Darfs noch ein bisschen mehr sein?

Nun ist das ganze Spektakel leider schon wieder vorbei.

Erst am Montag begann der Prozess gegen Uli Hoeneß, dem in sieben Fällen Steuerhinterziehung vorgeworfen wurde.

Wie zu erwarten war, war das gesellschaftliche Interesse riesig und somit auch die Berichterstattung. Diese stieß mir in den meisten Fällen allerdings etwas sauer auf, weil ich das Phänomen „Aber der Mann hat doch so viel gutes getan, jetzt lasst ihn halt!“ gleichermaßen beeindruckend und abstoßend fand.

Was ist das für eine Gesellschaft die einem Menschen der ab und an gutes tut, einen Persilschein für eine schwerwiegende Straftat ausstellt? Vorallem jene Gesellschaft die so gerne darüber jammert, dass ihre Steuerbelastung so hoch ist? Und die ziemlich laut darüber jammerte, dass z.B. eine Alice Schwarzer nicht vor den Kadi gezerrt wurde?

Ich hoffe inständig, dass das dem Unwissen und den Falschinformationen geschuldet ist den dieser Fall so mit sich brachte.

Aber zurück auf Anfang :

Der Stern begann im Januar 2013 Recherchen zum Thema Steuerhinterziehung in Richtung „eines Spitzenvertreters der deutschen Fußball-Bundesliga“ , Herr Hoeneß bekam davon Wind und schusterte auf die Schnelle mit einem Steuerberater (!!!), einem Wirtschaftsanwalt und einem ehemaligen Sachgebietsleiter der Münchener Steuerfahndung der sich in Altersteilzeit befindet (der sich deswegen übrigens ein Disziplinarverfahren eingehandelt hat) eine Selbstanzeige* zusammen.

Diese wurde bereits von der Finanzbehörde Rosenheim nach Einreichung als unzureichend deklariert, da sie ohne beigefügte Beweismittel nicht aussagekräftig genug war, nur deshalb wurde überhaupt das Verfahren eröffnet.

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Ich möchte Teil einer Zusammenveranlagung sein

Um hier mal wieder ein bisschen Regelmäßigkeit reinzubekommen und weil heute Valentinstag ist, gibts mal nen bisschen was romantisches.

                                          Eingetragene Lebenspartnerschaft

Mein Job hat ja viele schöne Seiten, aber die größte, positive Überraschung war letztes Jahr diese Pressemitteilung vom Bundesverfassungsgericht. Die Nachricht auf die wir alle so lange gewartet hatten und schon gar nicht mehr zu hoffen wagten, dass sie in diesem Leben nocht entschieden wird war tatsächlich eindeutig entschieden worden und erteilte dem Staat erstmal eine fette Ohrfeige für die bisherige Handhabung:

Ausschluss eingetragener Lebenspartnerschaften
vom Ehegattensplitting ist verfassungswidrig

Aber wie das nun mal so ist, hab Gesetzesneuerung, hab Geduld. Außerdem gab es keine wirklich konkreten Vorgaben was denn nun alles bis wann angepasst werden muss, dann kam die Bundestagswahl und alle waren ein bisschen ratlos wie es denn nun weitergehen würde, daher führte das ganze zu einigen Schwierigkeiten in der Praxis:

  • Es war bisher unmöglich in Steuerprogramme Steuerpflichtige mit Vornamen des gleichen Geschlechts einzutragen und man wusste nicht ab wann es möglich sein würde
  • Man war sich unschlüssig darüber ob dann auch der Steuerklassenwechsel möglich sein kann und wenn ja für wie lange rückwirkend?
  • Was passiert mit den bisher eingereichten Einzelveranlagungen?
  • Wie koordiniert man das am sinnvollsten ohne das zu viele Hoffnungen geweckt werden, die evtl. nicht erfüllt werden können?
  • Sind die Finanzämter und deren Personal überhaupt gut genug dafür aufgestellt?

Nun sind neun Monate ins Land gegangen und ich bin froh viel positives über die Entwicklung der Gesetzesänderung berichten zu können:

Die Programme wurden geändert, zwar gefällt mir die Einteilung auf dem Mantelbogen in

Ehemann / Steuerpflichtiger / Lebenspartner(in) A

Ehefrau / Lebenspartner(in) B

immer noch nicht so ganz, aber es ist mal ein Anfang:

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Der Steuerklassenwechsel ist nun möglich und kann beim Wohnsitzfinanzamt mit Vorlegen der Lebenspartnerschafturkunde beantragt werden.

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Mein Staat. Eure Kirche. Unser Geld.

Heute möchte ich mich einem Thema widmen, über das ich mich schon seit Jahren aufrege und das auch regelmäßiger Bestandteil von Diskussionen in der Gesellschaft ist: der Kirchensteuer.

Hier geht es in erster Linie gar nicht ums dissen oder darum jemanden an den Pranger zu stellen, es geht vielmehr um die Absurdität und Flexibilität deutscher Gesetzgebung und dem unsichtbaren und dennoch immer spürbaren Würgegriff der christlichen Religionsgemeinschaften in Deutschland.

Wir haben in der Verfassung ein gesichertes Grundrecht auf Trennung von Staat und Kirche (nach Art. 140 des Grundgesetzes (GG) in Verbindung mit Art. 137 der Weimarer Verfassung) dennoch obliegt es den Finanzämtern der einzelnen Bundesländer die Kirchensteuer einzutreiben (außer in Bayern, dort gibt es gesonderte Kirchensteuerämter) , diese wird in Deutschland über die Einkommen- bzw. Lohnsteuer bemessen, zudem zahlen kirchensteuerpflichtige zur normalen Grundsteuer (Steuer auf Grundbesitz) eine sog. Kirchengrundsteuer (Grundsteuer A) diese wird ebenfalls von den Kommunen an die Kirchen weitergeleitet.

Wie kam es zur Kirchensteuer?

Die Kirchensteuer entwuchs der vorhergehenden Enteignung von Klöstern, Abteien und religiösen Zusammenschlüssen Anfang des 19 Jahrhunderts, da die Kirche aber schon damals Seelsorgerische, pflegerische, lehrende und beherbergende Dienste übernahm überließ man es den kirchlichen Gemeinden einen Satz zu bestimmen der Ihre Ausgaben deckt, dieses Geld wurde Ihnen dann unter staatlicher Kontrolle zugesprochen, da diese nicht zweckentfremdet werden durften.

Theoretisch könnten die Religionsgemeinschaften Ihre Sätze selbst einziehen, allerdings legen sie diese Aufgabe gegen Abgabe einer geringen Aufwandsentschädigung lieber in die Hände des Staates.

Wer hat überhaupt ein Anrecht auf die Steuereinnahmen?

In Deutschland darf auch nicht jede Religions- und Weltanschauungsgemeinschaft Steuern erheben, denn die Gemeinschaft muss als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt sein, es müssen genehmigte und einheitliche Steuerbeschlüsse der leitenden Institutionen der Religionsgemeinschaften vorliegen und es muss die Zustimmung der Landesparlamente zu den jeweiligen Kirchensteuergesetzen erfolgen.

Wer muss überhaupt Kirchensteuer zahlen?

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Steuerhinterziehung oder: Ups, hab ich voll vergessen anzugeben!

Da das Thema gerade lang und breit in den Medien behandelt wird, kann nun auch ich endlich mal was dazu schreiben 😉

Wo beginnt Steuerhinterziehung?

Steuern hinterzieht man in dem man:

  • den Finanzbehörden oder anderen Behörden über steuerlich erhebliche Tatsachen unrichtige oder unvollständige Angaben macht,
  • die Finanzbehörden pflichtwidrig über steuerlich erhebliche Tatsachen in Unkenntnis lässt oder
  • pflichtwidrig die Verwendung von Steuerzeichen oder Steuerstemplern unterlässt

Also man lässt verschwinden, lügt oder „vergisst“ z.B. beim Zoll Ware anzugeben die noch nachversteuert werden müsste .

Laut § 370 der Abgabenordnung wird man bei solch einem Vergehen

(1) Mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe […] bestraft

(2) Der Versuch ist strafbar.

(3) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter

  1. in großem Ausmaß Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt,
  2. seine Befugnisse oder seine Stellung als Amtsträger missbraucht,
  3. die Mithilfe eines Amtsträgers ausnutzt, der seine Befugnisse oder seine Stellung missbraucht,
  4. unter Verwendung nachgemachter oder verfälschter Belege fortgesetzt Steuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Steuervorteile erlangt, oder
  5. als Mitglied einer Bande, die sich zur fortgesetzten Begehung von Taten nach Absatz 1 verbunden hat, Umsatz- oder Verbrauchssteuern verkürzt oder nicht gerechtfertigte Umsatz- oder Verbrauchssteuervorteile erlangt.

In der Praxis wird es dann eher so umgesetzt:

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Meine Steuererklärung und ich oder: Oh, guck mal ein Eichhörnchen!

Die Qual der Wahl: die Lohnsteuerklasse/Steuerklasse

I

  • Ledige
  • Verheiratete, deren Ehegatte beschränkt steuerpflichtig ist d.h. der Partner hat keinen Wohnsitz in Deutschland
  • Verheiratete, die dauernd getrennt leben, Verwitwete und Geschiedene,
  • Menschen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (so lange über die Zusammenveranlagung noch nicht entschieden wurde)

II

  • diese Steuerklasse ist für Alleinerziehende, die ein Anrecht auf den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende haben
  • Hinterbliebene mit Kindern rutschen im Folgejahr nachdem der Partner verstorben ist in diese Steuerklasse (zum „Gnadensplitting“ unten mehr)

III

  • Verheiratete, die nicht dauernd getrennt leben und nicht die Steuerklasse IV gewählt haben. Der berufstätige Ehepartner der ein geringeres Einkommen hat erhält dann die Steuerklasse V. Auch wenn der andere Ehepartner nicht berufstätig oder selbstständig ist, wird die Lohnsteuerklasse 3 zugewiesen.
  • Verwitwete bis zum Ende des auf den Tod des Ehegatten folgenden Kalenderjahres.
    • Der verstorbene Ehegatte muss zum Zeitpunkt seines Todes unbeschränkt einkommensteuerpflichtig gewesen sein.
    • Das Ehepaar darf bis zum Zeitpunkt des Todes nicht dauernd getrennt gelebt haben

IV

  • ist für Ehepartner die in etwa das gleiche verdienen

V

  • bekommt der Ehepartner des besser verdienenden Partners mit der III er Steuerklasse

VI

  • Ihr habt ein zweites oder weiteres Dienstverhältnis
  • Früher gab es noch die Einordnung in die VI er Steuerklasse, wenn ihr verraft habt die Lohnsteuerkarte vorzulegen, diese gibt es heute nicht mehr, deswegen: Keine Panik

Bitte denkt daran, Eure Steuerklassen zu wechseln wenn Ihr heiratet sonst wird der Lohn falsch berechnet und es gibt ein großes rumgerechne bei der Steuererklärung 😉 Außerdem steht Euch die I er Steuerklasse gesetzlich nicht mehr zu.

Muss ich jetzt eine Steuererklärung abgeben oder nicht?

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All hail the Abgabenordnung Part III

Bevor wir loslegen kommen wir erstmal zur grunsätzlichen Unterscheidung von Terminen und Fristen: Die Frist stellt einen Zeitraum dar, indem etwas getan werden kann oder getan werden muss, das Ende der Frist nennt man Termin, man terminiert mit einem Datum oder einer Uhrzeit.

Ich arbeite in einem sehr fristenbehafteten Beruf, was manchmal gut und manchmal schlecht ist.

Die wichtigste Frist ist wohl die Frist zur Einreichung der Steuererklärung bei der Finanzbehörde, dieser ist der 31 Mai der auf das Jahr folgt in dem die Steuer entstanden ist, also wenn wir von der Steuererklärung für das Jahr 2012 ausgehen, muss diese bis zum 31. Mai 2013 24:00 Uhr  (die Finanzämter haben tatsächlich einen Senkbriefkasten, der ein neues Fach anfängt wenn ein neuer Tag beginnt) bei der Finanzbehörde sein.

Dies gilt allerdings nur, für all jene die zu den Pflichtveranlagern gehören (dazu kommen wir im nächsten Post).

Für alle anderen endet die Frist zur Einreichung mit Ablauf des vierten Jahres, dass auf das Jahr folgt in dem die Steuer entstanden ist, also ist zum Beispiel dieses Jahr am 31.12. 24:00 Uhr die letzte Möglichkeit seine Steuererklärung für das Jahr 2009 einzureichen.

Abgabefristen verlängern sich automatisch bis zum Ende des Jahres, wenn man steuerlich vertreten wird, deshalb empfiehlt sich für verpeilte Pflichtveranlager die steuerliche Beratung und Vertretung durch einen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfeverein.

Man kann die Frist allerdings auch selbst verlängern, dem wird meistens stattgegeben, es sei denn die Finanzbehörde hat ein berechtigtes Interesse an der Abgabe, so letztes Jahr geschehen als deutsche Rentner aufgefordert wurden Ihre Renten ab 2005 nachzuversteuern, da setzten einige Finanzbehörden Fristverlängerungen kategorisch aus.

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Auflösung: der Beck’sche Saufziegel

Es wurde viel geraten, daher möchte ich es nun endlich mal auflösen (Danke an Katha die mich daran erinnert hat :D)

Also, den Beck’schen Saufziegel kurz erklärt:

411103538

Wir reden hier von einem hohlen Buch, sowohl die Steuergesetzte, als auch die Richtlinien in der Beck`schen Fassung eignen sich aufgrund Ihrer Maße  (20,8 x 16,4 x 9 cm) wunderbar um darin einen Flachmann zu verstecken 😀

Den internen Witz gibt es übrigens in allen Berufsgruppen, die diese Ausgaben verwenden, wieso man bisher nichts dazu bei Google fand ist mir schleierhaft, aber das habe ich ja nun geändert 😉

Gelöst hat es übrigens: @A3803, dein gewonnener Wunschartikel erscheint auch bald!